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2 Jan 2015

Fleisch allein ist nicht genug…

Wer seine Katzen mit B.A.R.F. ausgewogen und gesund ernähren möchte, muss wissen, dass eine Ernährung rein aus Muskelfleisch ungeeignet ist. Ein Wissen, das speziell für Halter von Wildkatzen selbstverständlich sein sollte, es aber leider nicht immer ist.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten werden Geparden, Löwen und andere Großkatzen von wohlhabenden Menschen gerne als exotische Haustiere gehalten. Die Tiere dienen als Statussymbol. Jedoch leiden viele dieser Tiere unter schweren gesundheitlichen Problemen, verursacht durch ungeeignete Ernährung, wie eine neue Studie bestätigte. Häufig wurden in den letzten Jahren bei Geparden, Löwen und Schneeleoparden, die als Haustiere in den Vereinigten Arabischen Emiraten gehalten wurden, neurologische Probleme, wie Ataxie und eine Lähmung der hinteren Gliedmaßen beobachtet. Als Ursache wurden ein Mangel an Kupfer und Vitamin A diskutiert. Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob es eine Verbindung zwischen der Ernährung und den Serum- und Gewebegehalten gibt, mit Fokus auf Kupfer und Vitamin A.

Im Rahmen dieser Studie wurden Blut- und Gewebeproben betroffener und nicht betroffener Großkatzen in Gefangenschaft miteinander verglichen. Die Tiere wurden in drei Gruppen (A, B und C) aufgeteilt und jede Gruppe unterschiedlich ernährt. Gruppe A erhielt frische Wachteln mit Federn und Innereien, die um Supplemente ergänzt wurden. Gruppe B erhielt ganze Hühner mit Knochen, ohne Innereien und Federn (ebenfalls) supplementiert, Gruppe C erhielt 3 Tage die Woche reines Hühnerfleisch und 3 Tage die Woche Huhn mit Knochen ohne Innereien und Federn. Zusätzlich gab es in den Gruppen A und B 2-4x im Monat Teile von Kaninchen, Gazelle, Ziege oder Schaf.

Mineralstoffe wurden im Serum, im Gewebe, in Futter- und Wasserprob_the3cats_2013_07_04_3240en bestimmt und das Serum wurde zusätzlich auf Vitamin A und E analysiert. Leber-, Nieren- und Rückenmarksproben wurden histopathologisch untersucht. Die durchschnittlichen Werte an Kupfer im Serum und in der Leber waren bei Tieren, die reines Hühnermuskelfleisch erhielten deutlich geringer als bei Tieren, die ganze Beutetiere erhielten. Der Gehalt an Vitamin A und E im Serum war bei Tieren am höchsten, die mit ganzen Beutetieren gefüttert wurden. Die Zinkkonzentration in der Leber war bei den Tieren am höchsten, die nur Huhn bekommen hatten.

Insgesamt wiesen 30,3 Prozent der untersuchten Tiere neurologische Symptome, wie Ataxie, Koordinationsprobleme, schwankenden Gang und eine leichte bis schwere Schwäche der hinteren Gliedmaßen auf. Obwohl der normale Appetit der Tiere erhalten blieb, entwickelten sie eine Lähmung der hinteren Gliedmaßen und konnten schließlich nicht mehr stehen. 26,3 % der Katzen stammten aus Gruppe C, die keine Supplemente erhielten und deren Ernährung vorwiegend aus Geflügel-Muskelfleisch bestand, 4,0 % aus Gruppe B. Aus Gruppe A war keine Katze betroffen. In der Histopathologie fand man eine Entmarkung (Demyelinisierung) des Knochenmarks bei allen betroffenen Tieren und am häufigsten bei Fütterung von Huhn ohne Zusätzen.

Letztendlich starben die Katzen oder wurden eingeschläfert, da die entstandenen Schäden dauerhaft und nicht behandelbar sind.

In der Fachwelt sind die beschriebenen Symptome als Geparden-Myelopathie bekannt, die man bei einigen Geparden in Gefangenschaft findet. Geparden-Myelopathie kann zu Erblindung, Muskelschwäche, Steifheit, Spasmen, Koordinationsproblemen, Gefühlsverlust, Schmerzen und Veränderung der Blasen- und Darmfunktion führen. Die Mehrzahl der Fälle endet tödlich.

Früher eher selten, tauchen solche Fälle seit einigen Jahren in alarmierender Häufigkeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, wo Geparden gerne als exotische Haustiere gehalten werden.

Eine Studie, die eindrucksvoll zeigt, wie wichtig es ist, richtig roh zu füttern. Katzen (große wie kleine) benötigen Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die allein im Muskelfleisch nicht in ausreichender Menge enthalten sind, sondern sich beispielsweise in Knochen, inneren Organen, Fell und Federn finden. Diese Nährstoffe müssen in der richtigen Menge und im richtigen Verhältnis in die Katze gelangen, damit diese gesund bleibt.

So ist diese Studie auch ganz besonders in Hinblick auf die weit verbreitete Sorge unter Rohfütterern interessant, die sich vor einer Überversorgung mit Vitamin A fürchten und daher den Leberanteil so gering wie möglich halten oder diese sogar gänzlich weglassen.

Durchgeführt wurde die Studie vom Central Veterinary Research Laboratory (CVRL) in Dubai, UAE, in Dubai, UAE, in Zusammenarbeit mit dem Cheetah Conservation Fund (CCF), Namibia; Institute of Animal Nutrition, Vetsuisse-Fakultät der Uni Zürich und dem Centre for Applied Biotechnology and Molecular Medicine, der Uni Zürich.

Quelle: Kaiser et. al (2014). The Role of Copper and Vitamin A Deficiencies Leading to Neurological Signs in Captive Cheetahs (Acinonyx jubatus) and Lions (Panthera leo) in the United Arab Emirates

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