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29 Jun 2016

Buchrezension: Raubkatzen in menschlicher Obhut (Katerina Mirus)

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Raubkatzen in menschlicher Obhut ist ein ganz besonderes – weil anderes – Raubkatzenbuch. Denn es beschäftigt sich nicht nur mit diesen anmutigen Tieren, sondern legt den Fokus auf die Haltung im Zirkus, in Zoos und in privater Hand.

Allgemeines zum Buch

Autorin und Fotografin: Katerina Mirus
Seitenzahl: 200 Seiten
Verlag: Tredition
ISBN-10: 3732357058
ISBN-13: 978-3732357055

Das sagt der Klappentext

Seit Jahrtausenden kreuzen sich die Wege von Mensch und Raubkatze. Die Faszination bleibt. Sich mit den wilden Tieren vertraut zu machen, sie ganz nah zu erleben, scheint ein uralter Wunsch zu sein. Doch wie geht es den Tieren in menschlicher Obhut – sollten sie nicht besser in die Freiheit?

Die Fotografin und Autorin dieses Buches, Katerina Mirus, zeigt Pro und Kontra der Raubkatzenhaltung in Zirkus, Zoo und Privathand auf. Dabei sind viele interessante Details über die Lebensweise der Tiere zu erfahren, zum Beispiel über Aufzucht und Paarungsverhalten.

Aus verschiedenen Zoos werden in Wort und Bild Raubkatzen-„Persönlichkeiten“ vorgestellt, die einem beim Lesen ans Herz wachsen.

Ebenso gibt das Buch Einblick in Zucht- und Schutzprogramme sowie die zunehmend besseren Richtlinien für artgerechte Haltung. Ein informativer und spannender Fotoband über alle Arten von Raubkatzen, von Tiger über Jaguar und Löwe bis zu unbekannteren Arten, wie der Fischkatze.

Das sagen wir zum Buch

Die Haltung von Wildtieren, sei es nun in Zoos, Zirkussen, Auffangstationen oder Privathand, wird stark diskutiert. Die Meinungen reichen hier buchstäblich von vollständiger Ablehnung bis hin zur Jahreskarte im nächstgelegenen Zoo oder regelmäßigen Zirkusbesuchen mit Tierdressuren. Jedoch macht sich nicht jeder Ablehner oder Befürworter die Mühe, hinter die Kulissen zu blicken und sich anzusehen, wie das Leben von Raubkatzen in menschlicher Obhut wirklich aussieht. Das hat Katerina Mirus in diesem Buch getan.

Neben einem Einblick in die Geschichte der Raubkatzenhaltung und viel fachlich Interessantem (z. B. zur Aufzucht von Raubkatzenwelpen oder zur Futtermenge, die einzelne Katzenarten am Tag verzehren) und der Vorstellung der verschiedenen Haltungsmodelle, besticht das Buch vor allem durch seine zahlreichen, großformatigen, teilweise sogar ganzseitigen Farb- und Schwarz-Weiß-Bilder verschiedener Raubkatzen und die Geschichten, die zu jeder Katzenart erzählt werden, den Katzenarten ein Gesicht geben und hinter die Kulissen (und auch in manche Abgründe) blicken lassen. Da ist zum Beispiel die Geschichte der Pumas Pünktchen und Anton aus dem Raubtier- und Exotenasyl e. V., die 1999 während einer Razzia aus einem winzigen Verschlag gerettet wurden, in dem sie illegal unter sehr schlechten Umständen gehalten wurden.

„Raubkatzen in menschlicher Obhut“ ist kein „Pro-Zoo-Buch“ und auch die Autorin und Fotografin betont in ihrem Vorwort, dass Tiere in die Freiheit gehören. Es zeigt jedoch auf, dass es auch bei diesem Thema nicht nur Schwarz und Weiß gibt und es sich lohnt, beide Seiten genauer zu betrachten.

Wer Raubkatzenhaltung (egal in welcher Form) rigoros ablehnt, wird an diesem Buch wohl eher wenig Freude haben, wer aber bereit ist, über den Tellerrand zu blicken, sich zu informieren und sich dann eine Meinung zu bilden, dem bietet dieses Buch durch seine gelungene Kombination aus Fotoband und informativer Literatur auf jeden Fall die Möglichkeit dazu.

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