Als wir entschieden hatten, für jeden Kurs etwas zu spenden, ist uns diese Wahl sehr leicht gefallen. Genauso leicht fiel uns die Wahl, welches Projekt wir für unseren ersten Kurs auswählen.

Es ist der Verein Hilfe für Katzen in Not e.V. in und um Würzburg.

Im Zuge der Vermittlung eines Ataxiekatzenpärchens, bei der wir Tanja (die 1. Vorsitzende von HfKiN) über den Verein Feline Senses e.V. kennengelernt haben und gleich etwas sehr Kurioses mit ihr erlebt haben, hat sie uns sehr beeindruckt. Mit  Galgenhumor und viel Herz hat sie diese Situation gemeistert und dabei auch nebenbei von “Mikesch” erzählt. Einem Ataxiekater, der als Wanderpokal umherging und bei ihr seinen festen Platz gefunden hat. Es wurde nicht geklagt und nicht gejammert, alles wurde gewürzt mit ein bisschen Ironie und viel Witz und schnell war klar: Dieser Verein ist besonders und muss unterstützt werden.

Und diese Woche konnten wir endlich unsere Spende übermitteln. 450 Euro. Wir sind immer noch begeistert.

Um uns ein wenig die Arbeit zu erleichtern, hatten wir die Idee,  eines unser Maskottchen ins Rennen zu schicken, das uns weitere Informationen einholen soll und in diesem Fall ist das Jasper, der sich entschieden hat, ein Interview mit Tanja zu führen.

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Hier ist es.

Jasper & Tanja im Interview:

Jasper: Hallo Tanja, unsere Mama hat Dich ja damals kennengelernt als es um die Vermittlung der Ataxiekatzen Findus und Filou ging, mit deren 1. Vermittlung Du eine sehr außergewöhnliche Erfahrung machen musstest. Dabei hattest Du auch von Kumpel Mikesch erzählt, der genauso wie mein Mitbewohner Jinpa so komisch läuft. Wie kamst Du denn an den Mikesch und wieso gibst Du den nicht mehr her?

Tanja, KiN: An Mikesch kam ich, weil ich einen Anruf von einer Tierschützerin erhielt. Sie weinte bitterlich am Telefon und erzählte von Mikeschs Schicksal. Mikesch wurde im Jahr 2013 viermal herumgereicht, durch ganz Deutschland, von NRW bis Thüringen. Nun wollte ihn die vierte Halterin auch wieder von der „Backe“ haben. Da ich ein „gutmütiges Schaf“ bin und mir solche Schicksale immer sehr ans Herz gehen, hab ich gleich zugesagt Mikesch zu nehmen. (Obwohl ich schon gaaaanz viel Not“fellchen“ habe. Muss dazu aber auch sagen, Mikesch wurde mir am Telefon als etwa zweijährige, gesunde und „LEICHTE“ Ataxiekatze verkauft. Somit hatte ich die Hoffnung, dass ich Mikesch doch noch in gute Hände vermitteln kann.

Dann kam Mikesch……..er hatte einen vereiterten Kiefer, ist geschätzte (mind.) 6 Jahre alt und leidet unter einer SCHWEREN Form der Ataxie. Er ist somit „unsauber“ und schafft es leider nicht aufs Klöchen. Somit ist für mich klar WARUM der arme Kerl wie ein Wanderpokal herumgereicht wurde. Zu vermitteln ist er damit nicht mehr. Einige Menschen tolerieren wohl Krankheit und Behinderung, aber bei Unsauberkeit hört bei den meisten Menschen der „Spaß“ auf. Diese leidvolle Erfahrung machen wir ständig…….Zudem liebt Mikesch die Freiheit, den Garten, die Blumen……von 24 Stunden verbringt er mindestens 20 Stunden am Tag in seinem geliebten Garten. Bei mir an der Pflegestelle hat er die Möglichkeit dazu. Unser Grundstück ist katzensicher eingezäunt, da wir sehr viele behinderte Tiere haben, die so aber trotzdem ein Stück Freiheit genießen können.

Jasper: Das hatte ja nicht nur die Mama ganz schön beeindruckt, dass Dir sofort klar war dass der Mikesch zum Wanderpokal wird und ihm deswegen alle weiteren Vermittlungsversuche ersparst. Im Ataxiekatzenforum ist er ja auch kein Unbekannter. Und den Mikesch kann man auch unterstützen, indem man Pate für ihn wird, richtig?

Tanja, KiN: Ja, richtig. Aber nicht nur Mikesch, sondern auch ganz viele weitere Not“fellchen“ an unseren Pflegestellen. Wir haben sehr viele Katzen mit Behinderung (Fehlende Gliedmaßen, blind, taub, mit angeborenen Missbildungen, weitere Katzen mit Ataxie usw.) oder auch chron. Erkrankungen wie Diabetes, HCM, CNI, Pododermatitis und eosinophilem Granulom-Komplex, oder auch in der Vergangenheit schwer misshandelte Tiere. Für ALLE diese Tiere suchen wir Patenschaften. Patenschaften sind z.B. auch tolle Weihnachtsgeschenke für Freunde oder Familie. Natürlich erhält JEDER eine Patenschaftsurkunde von seinem Patenkätzchen und darf es auch, nach Absprache mit der Pflegestelle, gerne besuchen kommen.

Jasper: Die beiden von Katzvard haben ja entschieden für jeden Kurs einen Anteil zu spenden und bei dem Kurs waren das satte 10 Euro von jeder Teilnahmegebühr für euch. Und weil noch jemand was draufgelegt hat sind das jetzt insgesamt 450 Euro für euch geworden. Biste ganz schön baff, oder?

Tanja, KiN: Ja, Jasper. Das ist sooo toll. Wir haben uns sehr darüber gefreut, zumal bei uns in der Kasse im Moment große Ebbe herrscht. Das ist für uns immer ein kleiner Lichtblick, so unterstützt zu werden.

Jasper:  Und was macht ihr jetzt mit dem ganzen Geld? Wie viele Katzen leben grad nochmal bei Dir? 40? Hält vermutlich nicht lange, ne?

Tanja, KiN: Im Moment teilen wir Tisch und Bett mit 37 Fellnasen. An zwei weiteren Pflegestellen von uns leben noch rund 40 weitere Katzen.

Das liebe Geld, tja was soll ich sagen, wir haben im Monat September Tierarztrechnungen von insgesamt 4.700,- Euro erhalten………Von den Futterkosten, die die Pflegestellen zum größten Teil aus eigener Tasche zahlen, gar nicht zu sprechen.

Jasper: Das ist ja heftig. *An den Zehenballen nachrechne* Ok, wir sind auch ganz schön teuer. Wird bei euch denn auch roh gefüttert? *mahnend guck*

Tanja, KiN: Da kannst Du ruhig mahnend gucken, lieber Jasper. JA!!! Natürlich nicht ausschließlich. Wir füttern 4x täglich. Eine Mahlzeit ist immer BARFEN. Zur Freude der Katzen und zum Leidwesen meines Geldbeutels *hüstel*

Jasper: Und kann man euch denn noch anders unterstützen? Auch mit was anderem als Geld?

Tanja, KiN: Natürlich brauchen wir in erster Linie finanzielle Unterstützung. Die Tierärzte kann man leider nicht in Dosenfutter auszahlen*grins* Aber natürlich kann man uns, bzw. unsere Not“fellchen“, auch gerne mit Futterpaketen unterstützen. (Wir haben nicht nur rund 80 Katzen an den Pflegestellen, sondern auch viele Futterplätze von wild lebenden Katzen) Kratzbäume, Spielsachen, Körbchen, Hütten benötigen wir auch immer wieder.

Eben „alles für die Katz“. Zudem brauchen wir immer Flohmarktsachen und Tombolapreise für unsere alljährliche Verlosung auf dem“ Rothenburger Weihnachtsmarkt.“ Da sind wir jedes Jahr für ein paar Tage aktiv und frieren uns den Popo ab für unsere Fellnasen *fröstel* Nicht zuletzt freuen wir uns auch über aktive Hilfe und natürlich über Mitgliedschaften oder auch Patenschaften für unsere unvermittelbaren Katzen.

Jasper: Danke Tanja, dass Du Dich so nett mit mir ausgemaunzt hast. Möchtest Du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben? *sabber* Ach so, höre gerade damit sind Worte gemeint…

Tanja, KiN:

Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun! (Moliere)